Schutz vor Verschmutzung durch Mikro- und Nanokunststoffpartikel

Forschungsprojekt Polyrisk

Motivation und Problemstellung

Mikro- und Nanokunststoffpartikel verursachen allgegenwärtige Verunreinigungen in unserer Umwelt und Nahrungskette. Wie viel von diesen Belastungen gelangt durch Einatmen und Verschlucken in unseren Körper? Wirken sich Mikro- und Nanokunststoffpartikel negativ auf die menschliche Gesundheit aus? Das EU-finanzierte Projekt POLYRISK geht diesen Fragen nach, indem es untersucht, inwieweit Menschen solchen Mikro- und Nanokunststoffpartikeln ausgesetzt sind und welche toxischen Auswirkungen dies auf unser Immunsystem hat.

Mikroplastik Wasser Plastik
© Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Mikroplastik findet sich vermehrt auch in Oberflächengewässern.

Projektziele und Lösungsansatz

Das interdisziplinäre Projektteam von POLYRISK setzt fortschrittliche Methoden ein, um Mikro- und Nanokunststoffpartikel chemisch nachzuweisen und zu quantifizieren, Schlüsselmechanismen ihrer Toxizität in vitro zu verstehen sowie Biomarker der Toxizität in Blut und Speichel zu identifizieren.

Das Konsortium vereint in einzigartiger Weise interdisziplinäre Erfahrungen und Know-how zu qualitätskontrollierten chemischen Analysen von MNP und Zusatzstoffen, Darm- und Atemtoxizitätsmodellen, Humanexpositionsepidemiologie, Immuntoxikologie und realen Hochexpositionsstudien. Die neuartige Strategie zur Bewertung des menschlichen Risikos von POLYRISK basiert auf mechanistischen Überlegungen und berücksichtigt pragmatisch die Komplexität der Klasse der MNP-Toxika. Aufbauend auf bahnbrechender Wissenschaft, Einbindung von Interessengruppen und starker Kommunikation zielt POLYRISK darauf ab, die aktuellen MNP-Risikounsicherheiten schnell zu reduzieren und die Bemühungen der EU zu unterstützen, sicherzustellen, dass die öffentliche Gesundheit angemessen vor den potenziellen Risiken der MNP-Verschmutzung geschützt ist. POLYRISK ist Teil des europäischen Clusters „Health Impacts of Micro- and Nanoplastics“.

All dies sind wichtige Elemente der POLYRISK-Strategie zur Bewertung des Risikos im Hinblick auf die Auswirkungen von Mikro- und Nanokunststoffpartikeln auf den Menschen. Die Ergebnisse der Bewertung werden in die EU-Politik einfließen und zum Schutz der menschlichen Gesundheit beitragen – heute und in Zukunft.

Projektsteckbrief

Projekttitel Polyrisk - Neue Strategie zum Schutz des Menschen vor der Verschmutzung durch Mikro- und Nanokunststoffpartikel
Laufzeit 01/2021-03/2025
Förderung Horizon2020
Fördervolumen 5.991.077 €
Kooperationspartner
  • Universität Utrecht (UU)
  • Vrije Universiteit Amsterdam (VUA)
  • Amsterdam UMC – Location VUmc
  • German Federal Institute for Risk Assessment (BfR)
  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Norwegian Institute of Public Health (NIPH)
  • University Medical Centre Utrecht (UMCU)
  • The Research Development National Institute for Textile and Leather (INCDTP)
  • Italian National Agency for New Technologies, Energy and Sustainable Economic Development (ENEA)
  • Ideaconsult Ltd. (IDEA)
  • Health and Environment Alliance (HEAL)
  • European Research Services (ERS)
  • Umweltbundesamt (UBA)
Projektleiter am Fraunhofer CSP Dr. Paul-Tiberiu Miclea
Ziele
  • Entwicklung und Anwendung innovativer Probenahme, Probenvorbereitung und Analytik zur Bewertung der internen (menschliche Matrices) und externen (abiotischen) Exposition gegenüber MNP
  • Entwicklung und Anwendung einer humanbasierten In-vitro-Toolbox zur Prüfung des Epitheltransfers und der Immuntoxizität von MNP
  • Bewertung der Exposition und der biologischen Auswirkungen von MNP in realen Szenarien
  • Erarbeitung einer Strategie zur Risikobewertung und Durchführung von HRA für MNP
  • Verwaltung von Daten zur aktuellen Verwendung bei der Entwicklung von MNP-Risikobewertungsstrategien und für zukünftige In-silico-Vorhersagen

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Paul-Tiberiu Miclea

Contact Press / Media

Dr. Paul-Tiberiu Miclea

Gruppe »Diagnostik und Metrologie Solarzellen«

Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP
Otto-Eißfeldt-Straße 12
06120 Halle (Saale)

Telefon +49 345 5589-5413